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Anschreiben

Von Falk Schieck ·

Das Anschreiben beantwortet eine einzige Frage: Warum solltest gerade du diese Stelle bekommen? Es ist eine Seite lang, es wiederholt nicht den Lebenslauf, und es ist der Teil deiner Bewerbung, den du wirklich für diesen einen Betrieb schreibst.

Hier steht, wie du es aufbaust, wie du ohne leere Floskeln anfängst und woran die meisten Anschreiben scheitern.

Der Aufbau in vier Teilen

Oben stehen deine Kontaktdaten und die des Betriebs, darunter Ort und Datum. Dann die Betreffzeile: die Stellenbezeichnung, wie sie in der Anzeige steht, und die Kennziffer, falls es eine gibt. Kein „Betreff:“ davor, das schreibt heute niemand mehr.

Danach kommt die Anrede. Wenn in der Anzeige ein Name steht, benutz ihn. „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist nur die Notlösung, wenn du wirklich keinen Ansprechpartner findest – ein Anruf im Betrieb klärt das meistens in einer Minute.

Der Hauptteil sind drei bis vier Absätze: warum du dich bewirbst, was du kannst, was das dem Betrieb bringt. Zum Schluss ein Satz, dass du dich über ein Gespräch freust, dann Grußformel und Unterschrift. Angaben zum frühesten Eintrittstermin gehören ans Ende, wenn die Anzeige danach fragt.

Der erste Satz entscheidet

„Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle“ steht in jedem zweiten Anschreiben. Der Satz sagt nichts, was nicht schon im Betreff steht. Besser fängst du mit dem an, was dich mit dieser Stelle verbindet.

Zum Beispiel: „Seit sechs Jahren warte ich Förderanlagen im Zweischichtbetrieb – genau die Arbeit, für die Sie jemanden suchen.“ Oder: „Ihre Anzeige habe ich zweimal gelesen, weil die Beschreibung ziemlich genau meinen jetzigen Arbeitstag trifft.“ Das ist kein Marketing, sondern einfach der Grund, warum du schreibst.

Bezug zur Stellenanzeige herstellen

Nimm zwei oder drei Anforderungen aus der Anzeige, die du erfüllst, und belege sie mit einer konkreten Station aus deinem Werdegang. Nicht „teamfähig und belastbar“, sondern was du wo gemacht hast und was dabei herauskam.

Genauso hilft ein Satz zum Betrieb selbst, der zeigt, dass du weißt, wo du dich bewirbst: die Produkte, die Region, die Größe, eine Sache von der Website. Ein Halbsatz genügt, und er unterscheidet dich von allen, die dasselbe Schreiben an dreißig Firmen schicken.

Was nicht hineingehört: Aufzählungen deines gesamten Lebenslaufs, Erklärungen zum Gehalt (außer die Anzeige fragt danach) und Sätze über das, was du nicht kannst.

Länge, Ton und Form

Eine Seite, nicht mehr. Wer zwei Seiten schreibt, verliert den Leser auf halbem Weg. Schreib so, wie du auch reden würdest, nur ohne Umgangssprache – sachlich und in normalen Sätzen. Übertriebene Höflichkeitsformeln und Wörter wie „diesbezüglich“ machen den Text nicht seriöser, nur zäher.

Die Form folgt dem Lebenslauf: gleiche Schrift, gleiche Größe, gleicher Aufbau des Briefkopfs. Und lies das Ganze am Ende einmal laut. Sätze, über die du beim Lesen stolperst, stolpern auch beim Leser.

Wenn es keine Anzeige gibt

Bei einer Initiativbewerbung fällt der Bezug zur Anzeige weg, und genau deshalb ist sie schwerer zu schreiben. Hier musst du selbst benennen, für welche Art von Arbeit du dich bewirbst. Ein Satz wie „Ich suche eine Stelle als Industriemechaniker im Raum Chemnitz, am liebsten in der Instandhaltung“ ist mehr wert als jede allgemeine Absichtserklärung.

Ruf vorher an und frag, an wen du die Bewerbung richten sollst. Das kostet zwei Minuten, du bekommst einen Namen, und der Betrieb weiß, dass eine Bewerbung kommt. In kleineren Firmen entscheidet dieses eine Telefonat oft mehr als der Text danach.

Frag im Anschreiben nicht, ob überhaupt eine Stelle frei ist. Schreib stattdessen, was du kannst und ab wann du anfangen könntest. Wenn Bedarf besteht, meldet sich der Betrieb – und wenn nicht, liegt deine Bewerbung im besten Fall in der Schublade, wenn er entsteht.

Die häufigsten Fehler

Der falsche Firmenname im Text ist der Klassiker, wenn mehrere Bewerbungen gleichzeitig rausgehen. Danach kommen Rechtschreibfehler in der Betreffzeile, eine Anrede mit falschem Namen und ein Datum, das noch vom letzten Anschreiben stammt.

Inhaltlich am häufigsten: das Anschreiben wiederholt nur den Lebenslauf. Wenn du beim Durchlesen merkst, dass jeder Satz auch in der Tabelle steht, fehlt der eigentliche Teil – nämlich warum das alles zu dieser Stelle passt.

Artikel zum Anschreiben

Zu diesem Thema entstehen die Artikel gerade. Bis dahin findest du das Wichtigste auf dieser Seite.

Aus deinem Profil und der Stellenanzeige entsteht ein Entwurf, den du selbst weiterbearbeiten kannst.

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