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Lebenslauf

Von Falk Schieck ·

Ein deutscher Lebenslauf ist eine Tabelle deines Werdegangs, keine Erzählung. Er passt auf eine, höchstens zwei Seiten, führt deine Stationen mit Zeiträumen auf und beantwortet die Frage, was du kannst und wo du es gelernt hast. Alles andere gehört ins Anschreiben.

Auf dieser Seite steht, was hineingehört, in welcher Reihenfolge, und worauf du achten musst, damit ihn auch eine Software fehlerfrei lesen kann.

Was in jeden Lebenslauf gehört

Ganz oben stehen deine Kontaktdaten: Vor- und Nachname, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Achte darauf, dass die E-Mail-Adresse seriös klingt, also am besten aus Vor- und Nachname besteht. Eine Adresse, die du dir mit fünfzehn ausgedacht hast, ist der erste Eindruck, den du nicht willst.

Dann folgen die Blöcke Berufserfahrung, Ausbildung und Kenntnisse. Bei der Berufserfahrung nennst du pro Station den Zeitraum, den Betrieb, den Ort und deine Position. Darunter kommen zwei bis vier Stichpunkte zu dem, was du dort wirklich gemacht hast. Unter Kenntnisse gehören Dinge, die für die Stelle zählen: Maschinen und Anlagen, mit denen du gearbeitet hast, Führerscheine, Schweißerpässe, Staplerschein, Software, Sprachen.

Geburtsdatum, Familienstand und Staatsangehörigkeit sind freiwillig. Niemand darf dich deswegen ablehnen, und viele lassen die Angaben inzwischen weg. Unterschrift und Ort mit Datum am Ende sind ebenfalls kein Muss, schaden aber nicht.

Welche Reihenfolge sinnvoll ist

Üblich ist die umgekehrte Reihenfolge: Die aktuellste Station steht oben, die älteste unten. Das klingt erst mal falsch herum, hat aber einen Grund. Wer deinen Lebenslauf liest, will als Erstes wissen, was du gerade machst, nicht welchen Ferienjob du vor zwölf Jahren hattest.

Wenn du dich für einen Beruf bewirbst, in dem du gelernt hast und seitdem arbeitest, steht die Berufserfahrung vor der Ausbildung. Bei einer Bewerbung direkt nach dem Abschluss drehst du das um: Dann ist die Ausbildung dein stärkstes Argument und gehört nach oben.

Alte Ferienjobs, jedes einzelne Praktikum und die Grundschule kannst du weglassen. Was länger als zehn oder fünfzehn Jahre zurückliegt und für die Stelle nichts beiträgt, macht den Lebenslauf nur länger. Eine Ausnahme sind Zeiten, die sonst als Lücke dastünden.

Lücken einfach benennen

Wenn zwischen zwei Stationen mehrere Monate fehlen, fällt das auf. Nicht, weil jemand deinen Lebenslauf mit dem Lineal prüft, sondern weil die Jahreszahlen nicht aufgehen. Der Fehler ist nicht die Lücke, sondern das Verschweigen: Wer nachfragen muss, denkt sich vorher schon etwas.

Schreib die Zeit als eigene Station hin und gib ihr eine sachliche Bezeichnung. Arbeitssuche, Pflege eines Angehörigen, Elternzeit, Umschulung, längere Krankheit, Neuorientierung. Ein Halbsatz reicht, Rechtfertigung braucht es keine. Was du in der Zeit gemacht hast, das für die Stelle spricht, darf dazu.

Foto: ja oder nein

In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto nicht vorgeschrieben, aber immer noch verbreitet. Rechtlich darf niemand von dir ein Foto verlangen, und du musst keines mitschicken. In der Praxis erwarten viele Betriebe eines, gerade im Handwerk und im Mittelstand.

Wenn du ein Foto verwendest, dann ein aktuelles vom Fotografen, mit ruhigem Hintergrund und in Arbeitskleidung, die zum Beruf passt. Ein zugeschnittenes Urlaubsbild oder ein Selfie wirkt schlechter als gar kein Foto. Und schreib deinen Namen nie ausschließlich ins Bild: Software liest Bilder nicht mit.

Damit auch die Software mitkommt

Größere Firmen lassen Bewerbungen von einer Software vorsortieren, einem Bewerbermanagementsystem (englisch ATS). Diese Software liest deinen Lebenslauf zeilenweise aus und legt daraus einen Datensatz an. Sie kommt nur mit, wenn das Dokument einfach gebaut ist: einspaltig, echter Text statt Bild, gewohnte Überschriften, Zeiträume mit Monat und Jahr, Standardschrift, keine Kontaktdaten in der Kopfzeile.

Prüfen kannst du das selbst in einer Minute: PDF öffnen, alles markieren, kopieren und in ein leeres Textdokument einfügen. Steht dort alles in sinnvoller Reihenfolge, ist die Grundlage in Ordnung.

Ehrlich bleiben zahlt sich aus

Aufgehübschte Angaben fallen fast immer auf, spätestens im Gespräch oder wenn Zeugnisse nachgereicht werden sollen. Ein aufgeblähter Titel für eine Tätigkeit, die du so nicht hattest, kostet dich mehr Glaubwürdigkeit, als er dir an Eindruck bringt.

Stattdessen lohnt es sich, das Vorhandene genau zu beschreiben. „Wartung und Instandhaltung von Förderanlagen“ sagt mehr als „diverse Tätigkeiten“, und es ist immer noch dieselbe Arbeit.

Artikel zum Lebenslauf

Der ATS-Check zeigt dir, ob eine Software deinen Lebenslauf fehlerfrei ausliest und wie gut er zur Anzeige passt.

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